Alkohol-MPU
Reicht es, wenn ich heute weniger trinke?

„Ich trinke inzwischen viel weniger.“
Das kann eine wichtige Veränderung sein.
Für eine Alkohol-MPU reicht dieser Satz allein aber nicht aus.
Denn der Gutachter möchte nicht nur wissen, wie Sie heute trinken. Er möchte verstehen, wie es überhaupt zu Ihrem früheren Verhalten kommen konnte und warum eine erneute Auffälligkeit heute deutlich unwahrscheinlicher ist.
Warum der Promillewert nicht die ganze Geschichte erzählt
Viele Betroffene konzentrieren sich fast ausschließlich auf den Tattag.
- Wie viel habe ich getrunken?
- Wann war das letzte Getränk?
- Warum bin ich trotzdem gefahren?
Diese Fragen können wichtig sein. Die MPU geht aber weiter.
Es wird auch betrachtet, wie Sie in der Zeit vor dem Vorfall mit Alkohol umgegangen sind.
Wie sah Ihr früheres Trinkverhalten aus?
Dabei können beispielsweise folgende Fragen eine Rolle spielen:
- Wie häufig haben Sie getrunken?
- Wie viel?
- In welchen Situationen?
- Gab es Zeiten, in denen Alkohol zum Stressabbau, zum Abschalten oder zum Umgang mit Problemen genutzt wurde?
- Hat sich die Menge über die Jahre verändert?
- Gab es schon vorher Situationen, in denen Sie im Nachhinein dachten: „Das war eigentlich zu viel“?
Es geht nicht darum, sich möglichst schlecht darzustellen.
Es geht darum, das eigene Verhalten realistisch zu verstehen.