Kontrolliertes Trinken

Wer wegen Alkohol zur MPU muss, hört häufig zwei völlig unterschiedliche Aussagen:
„Ohne Abstinenz bestehen Sie niemals.“
Oder:
„Sie müssen einfach sagen, dass Sie kontrolliert trinken.“
Beides ist zu einfach.
Kontrolliertes Trinken kann in bestimmten Fällen eine nachvollziehbare Veränderungsstrategie sein. Es muss aber zur persönlichen Vorgeschichte passen.
Kontrolliertes Trinken bedeutet nicht:
„Ich trinke jetzt einfach weniger.“
Es geht um einen bewusst geplanten und begrenzten Umgang mit Alkohol.
Wer diesen Weg für seine MPU nachvollziehbar vertreten möchte, sollte beispielsweise erklären können:
Nicht jede Alkoholgeschichte passt zu kontrolliertem Trinken.
Wenn die Vorgeschichte zeigt, dass Alkohol wiederholt nicht zuverlässig kontrolliert werden konnte, erhebliche Kontrollverluste bestanden oder eine Abhängigkeitsproblematik vorliegt, muss die Situation anders bewertet werden.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht nach Bequemlichkeit getroffen werden.
Umgekehrt reicht es ebenfalls nicht, einfach zu sagen:
„Ich trinke überhaupt keinen Alkohol mehr.“
Der Gutachter kann fragen:
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht nur:
„Trinken Sie noch?“
Sondern:
„Ist Ihre heutige Veränderung glaubwürdig und stabil?“
Man findet online viele Vorgaben dazu, wie häufig und wie viel man angeblich beim kontrollierten Trinken konsumieren dürfe.
Solche Schablonen ersetzen keine individuelle Aufarbeitung.
Ihre Strategie muss zu Ihrem früheren Trinkverhalten und zu Ihrem heutigen Leben passen.
Sonst entstehen spätestens bei Rückfragen Widersprüche.
Ein häufiger Fehler ist, sich erst kurz vor der MPU zu überlegen, welche Strategie man darstellen möchte.
Eine echte Veränderung braucht aber Zeit und Erfahrung.
Wer kontrolliert trinken möchte, sollte zeigen können, dass dieser Umgang bereits im Alltag funktioniert.
Wer abstinent lebt, sollte seine Entscheidung ebenfalls praktisch erlebt und stabilisiert haben.
Genau diese Frage klären wir bei MPU 360° nicht pauschal.
Wir schauen auf Ihre Vorgeschichte, Ihren Alkoholkonsum, den MPU-Anlass und Ihre bisherige Veränderung.
Danach entwickeln wir gemeinsam eine Strategie, die nicht nur beim MPU-Termin gut klingt, sondern auch zu Ihrem tatsächlichen Leben passt.
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