MPU bei Mischkonsum
Wenn Alkohol, Cannabis und andere Drogen zusammenkommen

Der MPU-Anlass war Kokain.
Aber in der Akte steht auch Cannabis.
Und bei einem anderen Vorfall spielte Alkohol eine Rolle.
Dann kommt schnell die Frage:
„Warum interessiert das alles? Meine MPU ist doch nur wegen einer Sache.“
Bei Mischkonsum kann die Vorbereitung tatsächlich komplexer werden.
Die MPU betrachtet nicht immer nur eine einzelne Substanz
Welche Themen untersucht werden, hängt zunächst von der konkreten behördlichen Fragestellung und der Aktenlage ab.
Deshalb ist es wichtig, diese zu kennen.
Wenn mehrere Substanzen in der Vorgeschichte eine Rolle spielen, können sie für die Beurteilung des gesamten Konsumverhaltens relevant werden.
Was bedeutet Mischkonsum?
Dabei muss nicht zwingend alles gleichzeitig konsumiert worden sein.
Interessant kann auch sein, ob unterschiedliche Substanzen in verschiedenen Lebensphasen oder Situationen eine ähnliche Funktion hatten.
Zum Beispiel:
- Alkohol zum Abschalten.
- Cannabis zum Entspannen.
- Kokain zum Feiern oder Leistungssteigern.
Dann stellt sich die Frage, ob nur einzelne Substanzen weggelassen wurden oder ob sich auch das zugrunde liegende Verhalten verändert hat.
Vorsicht vor Ausweichkonsum
Ein Beispiel:
Jemand verzichtet vollständig auf Kokain, beginnt dafür aber deutlich mehr Alkohol zu trinken.
Formal wurde der Kokainkonsum beendet.
Psychologisch könnte trotzdem die Frage entstehen, ob die frühere Funktion des Konsums wirklich bearbeitet wurde oder lediglich eine andere Substanz an seine Stelle getreten ist.