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MPU bei Mischkonsum

Wenn Alkohol, Cannabis und andere Drogen zusammenkommen

Drei verschieden hohe Glasflaschen ohne Etikett dicht nebeneinander im Halbdunkel

Der MPU-Anlass war Kokain.

Aber in der Akte steht auch Cannabis.

Und bei einem anderen Vorfall spielte Alkohol eine Rolle.

Dann kommt schnell die Frage:

„Warum interessiert das alles? Meine MPU ist doch nur wegen einer Sache.“

Bei Mischkonsum kann die Vorbereitung tatsächlich komplexer werden.

01

Die MPU betrachtet nicht immer nur eine einzelne Substanz

Welche Themen untersucht werden, hängt zunächst von der konkreten behördlichen Fragestellung und der Aktenlage ab.

Deshalb ist es wichtig, diese zu kennen.

Wenn mehrere Substanzen in der Vorgeschichte eine Rolle spielen, können sie für die Beurteilung des gesamten Konsumverhaltens relevant werden.

02

Was bedeutet Mischkonsum?

Dabei muss nicht zwingend alles gleichzeitig konsumiert worden sein.

Interessant kann auch sein, ob unterschiedliche Substanzen in verschiedenen Lebensphasen oder Situationen eine ähnliche Funktion hatten.

Zum Beispiel:

  • Alkohol zum Abschalten.
  • Cannabis zum Entspannen.
  • Kokain zum Feiern oder Leistungssteigern.

Dann stellt sich die Frage, ob nur einzelne Substanzen weggelassen wurden oder ob sich auch das zugrunde liegende Verhalten verändert hat.

03

Vorsicht vor Ausweichkonsum

Ein Beispiel:

Jemand verzichtet vollständig auf Kokain, beginnt dafür aber deutlich mehr Alkohol zu trinken.

Formal wurde der Kokainkonsum beendet.

Psychologisch könnte trotzdem die Frage entstehen, ob die frühere Funktion des Konsums wirklich bearbeitet wurde oder lediglich eine andere Substanz an seine Stelle getreten ist.

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Deshalb ist der Gesamtzusammenhang wichtig.

04

Abstinenznachweise müssen richtig geplant werden

Gerade bei mehreren Substanzen können Fehler bei der Nachweisplanung besonders ärgerlich sein.

Bevor ein Programm begonnen wird, sollte geklärt werden:

  • Welche Substanzen sind relevant?
  • Welche Nachweise werden benötigt?
  • Welcher Zeitraum ist erforderlich?
  • Passt Haaranalyse oder Urinkontrollprogramm besser?

Wer einfach irgendeinen Nachweis beginnt, kann später feststellen, dass wichtige Bereiche nicht erfasst wurden.

05

Ehrlichkeit ist wichtiger als taktisches Verschweigen

Manche Betroffene überlegen, eine weitere Substanz einfach nicht zu erwähnen.

Das kann problematisch werden, wenn sich aus Akte, Laborwerten oder anderen Angaben ein anderes Bild ergibt.

Widersprüche beschädigen die Glaubwürdigkeit häufig stärker als eine offen und nachvollziehbar aufgearbeitete Vorgeschichte.

06

Eine Geschichte statt mehrerer Einzelgeschichten

Bei MPU 360° schauen wir deshalb bei Mischkonsum auf das gesamte Konsummuster.

  • Warum wurde konsumiert?
  • Welche Funktionen hatten die verschiedenen Substanzen?
  • Was wurde verändert?
  • Und wodurch wird verhindert, dass eine Substanz künftig durch eine andere ersetzt wird?

So entsteht eine zusammenhängende Aufarbeitung statt mehrerer Erklärungen, die nicht zueinander passen.

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